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23. Sep 2009Emotionale CD Präsentation des Benefiz- Samplers „die Liebe bleibt“.
5555 Euro für Aktion „Gegen Gewalt an Schulen“. Begeisterndes Finale mit Irlands Gospel-Star Brendan Keeley.
Winnenden. „Klasse wars“, schwärmte Dirk Wöhrle aus Backnang, „einfach bewegend,“ konstatierte Stefanie Heinzmann aus Stuttgart und Esther Lorenz aus Hanweiler meinte: „Ich bin schlicht begeistert, was Winnendens Musikszene hier auf die Beine gestellt hat “. Drei von vielen Reaktionen auf die Präsentation des Benefiz-Samplers „die Liebe bleibt“, am 21. September in der Diskothek Samba . Rund 400 Musikfreunde waren gekommen, darunter auch viele betroffene Eltern.
Neun Showacts aus dem Album waren aufgetreten, neun Grussworte wurden vorgetragen – von Schülerinnen und Schülern der Albertville Realschule – in Abwesenheit von Prof. Anette Schavan über Günter H. Oettinger, von Heribert Rech bis Astrid Hahn – neun große Medien hatten Teams geschickt von ARD über ZDF, von SWR über RTL, von Deutschlandradio über SWR 1 bis Radio Energy, vom ZVW bis Sonntag Aktuell, rund 400 Menschen lauschten bewegt den Darbietungen der vorrangig lokalen Künstler – nur einen suchte man vergebens: Den offiziellen Vertreter der Stadt Winnenden.
Doch weder diese Irritation noch die anfänglichen technischen Probleme taten der positiven Stimmung im Samba einen Abbruch. Hans Derer, Geschäftsführer der 7us Media Group, die den Sampler produziert hat, führte selbst durch ein 90-minütiges Programm, das stilistisch vielschichtiger wohl selten zu hören war – von Rap über Folk – von Deutschpop bis Rock reichte das Spektrum der Lieder mit dem Künstler, Produzenten und Sänger aus der Region das schreckliche Unglück des 11. März kreativ verarbeiteten und sich solidarisch mit den Hinterbliebenen zeigten.
Los ging’s mit dem Bühnenprogramm nach Einspielen der dramatischen Overtüre „Zu leben“, die Chris Thompson zusammen mit dem Stuttgarter Kammerorchester aufnahm, mit Danny Fresh. Er verfasste das Mottolied des Aktionsbündnis Amoklauf: „Was kann dieser Tag ändern. Zuvor war als Special Guest mit Jürgen Deppert jener Bariton aufgetreten, der am 11. September 2009 rund 600 Besucher in Winnendens Schlosskirche so trefflich berührte. Dann ging es Schlag auf Schlag. Besonders beeindruckend gestalteten sich die Darbietungen der 16-jährigen Jule a.k.a Julia Doubrawa mit „It’s so cold“, Juli Pfarr mit „Weil Träume Stärker sind“, Petra Rennings mit “Weil du bei mir bist“ und Nina mit dem Titelsong „Die Liebe bleibt!“ Niemand auf den Sitzen hielt es beim Rap „Schwarze Wolken“ des Sängers Toneeman.
Absolutes Highlight jedoch bildete das Finale: Nachdem die Künstler an den sichtlich überraschten Hardy Schober, Vorstand des Aktionsbündnis, einen Scheck über 5555 Euro überreichten – für den Verkauf von 1111 CDs nach nur zwei Tagen – versammelten sich alle auf der Bühne und intonierten zusammen mit ihm dessen für Winnenden gewidmete Hymne „Heart And Soul“.
„I still got a heart and Soul“ heisst es darin – und weiter: “I got a live to live – I need someone to hold” und es gab nicht wenige, die sich an ihren Nachbar kuschelten.
Musik, so scheint es, hat es möglich gemacht: Mit “Herz und Seele” gegen Gewalt und Hass!
Kelvin Reisser hatte sich sogar aus Singen, am Bodensee, auf den langen Weg mit dem Auto nach Winnenden gemacht um die bewegenden Songs live zu erleben. „Die höre ich mir jetzt gleich auf dem Heimweg an“ – sagte er, nachdem er die CD gekauft hatte.
Erhältlich ist die CD im Online-Shop des Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden.